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Wie ich zu entsetzten Blicken kam und weshalb ich jung geheiratet habe

„Ich bin verheiratet.“ Oft bekam ich, besonders vor einigen Jahren, daraufhin überraschte bis entsetzte Blicke zugeworfen. In der Zwischenzeit bekomme ich diese Blicke nur noch, wenn ich dazu sage, dass ich bereits mit 19 geheiratet habe.

Wenn ich dann noch dazu sage, dass sich die  Eltern meines Mannes und meine Eltern schon sehr lange kennen, dann wird es noch interessanter. Manchmal nur an den Blicken zu sehen oder aber indirekt gefragt:War das arrangiert? Wurdet ihr irgendwie verkuppelt?

Nun die große Überraschung: Nein. Man kann tatsächlich in der heutigen Zeit noch völlig freiwillig jung heiraten. Ganz ohne Zwang. Und nein, ich war auch nicht schwanger. Wir waren nur einfach zusammen seitdem wir 16 waren. Wir haben uns geliebt (und tun das übrigens heute noch mehr als damals) und waren uns sicher, dass wir den Partner fürs Leben gefunden haben. Unser Glaube spielte insofern eine Rolle, dass unsere Geschichte sich zwischen Italien und Deutschland entwickelt hat und wir uns nicht vorstellen können, dass dies alles ohne „Fügung“ von oben passiert ist. Zudem merken wir durch unseren Glauben eine gemeinsame, feste Basis zu haben und anders wollte ich es auch nicht.

Heute möchte ich eine Lanze für die junge Ehe brechen. Ich denke auf keinen Fall, dass jeder jung heiraten muss. Singlesein hat viele Vorteile und jung heiraten ist nicht für Jedermann etwas. Aber ich möchte mit einigen Vorurteilen aufräumen.

Das erste Vorurteil wäre wohl, dass ich etwas verpassen würde. Daten, flirten, Freiheit und so Sachen. Nun, ich bin ziemlich froh mir keine Gedanken machen zu müssen, wie mich der Typ an der Bar denn nun findet. Warum sollte ich mir darüber auch Gedanken machen wenn ich doch in einer glücklichen Beziehung bin? Warum sollte ich flirten wollen, wenn das so ist? Ich habe meinen Lieblingsmenschen ja schließlich gefunden. Das heißt nicht, dass ich mich nicht schick mache oder so. Aber eben nicht um jemanden an Land zu ziehen.

Als nächstes höre ich häufig, dass wir uns doch eh auseinander entwickeln werden. Schließlich werden wir ja immer neue Vorlieben entwickeln, alte verlieren und irgendwann merken, dass wir nicht mehr zusammenpassen. Nun, ich kann offengestanden nicht auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen aber bisher haben wir tatsächlich auch hin und wieder neue, unterschiedliche Interessen dazugewonnen oder alte hinter uns liegen lassen und haben jeder für sich neue Freundschaften geknüpft. Na und? Eigene Interessen und Freunde hatten wir von Anfang an. Und überwiegend haben wir gemeinsame Interessen und haben uns auch einen gemeinsamen Freundeskreis aufgebaut. Um ehrlich zu sein habe ich eher das Gefühl, dass wir uns gemeinsam in eine Richtung entwickeln, in der jeder aber natürlich eigene Facetten hat. Vielleicht ist dieses „Gemeinsame“ ja gerade deshalb so, weil wir früh angefangen haben unsere Leben miteinander zu verknüpfen?

Natürlich habe ich die Zukunft nicht in der Hand. Aber ich glaube den zu kennen, der es hat. Und ich bin bereit für meine Beziehung zu kämpfen. Ich bin fest entschlossen mein Versprechen, dass ich damals mit 19 gegeben habe, einzuhalten. In guten wie in schlechten Tagen. Ich bin sehr froh, jung geheiratet zu haben und möchte einfach mit der weitverbreiteten Meinung, dass man nur unbedacht und überstürzt jung heiraten kann aufräumen. Nicht jeder muss jung heiraten und das perfekte Alter gibt es wohl nicht. Abe nicht jeder, der jung heiratet ist verrückt oder wurde zwangsverheiratet.

Nun würde mich natürlich auch die Meinung meiner Leser dazu interessieren – also ab damit in die Kommentare!

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Ein Kommentar zu „Wie ich zu entsetzten Blicken kam und weshalb ich jung geheiratet habe

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