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Zu unrecht inhaftiert, misshandelt und bedroht: Saeed Abedini

Saeed Abedini, gebürtiger Iraner und Muslim, konvertierte im Alter von 20 Jahren im Iran zum Christentum. In den folgenden Jahren war er aktiv in den iranischen Untergrund- und  Hausgemeinden. Das war wohl auch zu dieser Zeit nicht ganz ungefährlich, doch lange nicht so sehr wie einige Jahre später. 2004 heiratete er Naghmeh, welche US-Bürgerin ist und auch in den USA aufgewachsen ist.

Nachdem Ahmedinejad an die Macht gekommen war, änderte sich die Situation drastisch und Saeed verließ 2006 gemeinsam mit seiner Frau das Land. Die beiden lebten in den USA, in Boise, und bekamen in den folgenden zwei Jahren zwei Kinder, Rebekka und Jacob.

2009 reiste die Familie Abedini erstmals wieder in den Iran um die Familie zu besuchen. Saeed wurde dort von den Behörden festgehalten. Um wieder freizukommen musste er ein Abkommen unterschreiben, in dem er sich verpflichtete von allen christlichen Aktivitäten im Land Abstand zu halten. Er unterschrieb und durfte nun frei ins Land ein- und ausreisen. 2010 erlangte Saeed die US-Bürgerschaft und hat seitdem doppelte Staatsbürgerschaft.

In den folgenden Jahren engagierte er sich für ein Waisenhaus im Iran. Wohlgemerkt in Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden. Das Waisenhaus sollte auch keinen religiösen Hintergrund haben. Für den Bau des Waisenhauses musste Saeed mehrere Male in den Iran reisen.

Dies war auch kein Problem. Saeed hielt sich an das unterschriebene Abkommen und reiste immer problemlos ein und aus. Im Herbst 2012 wurde er jedoch festgenommen und wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und wegen Gründung von Hauskirchen angeklagt. Diese Anklagen bezogen sich hierbei wohl auf seine Aktivitäten von 2000-2006.

Vor seiner Verhandlung saß er einige Zeit im Evin-Gefängnis, in welchem er auch gefoltert wurde. Während seiner Verhandlung im Januar 2013 stand ihm nur teilweise ein Anwalt zur Seite. Schließlich wurde er zu acht Jahren Haft verurteilt.

Diese verbrachte er zuerst im Evin-Gefängnis, wurde aber Ende 2013 ins Rajaj-Shahr-Gefängnis verlegt. Dieses ist für noch schlimmere Bedingungen bekannt. Angehörige, die Saeed hin und wieder besuchen können, berichten von einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Er wird im Gefängnis wohl auch immer wieder misshandelt.

In der Zwischenzeit ist Saeed eines der bekanntesten Gesichter im Zusammenhang mit der Christenverfolgung geworden.

Sowohl Menschenrechtsorganisationen als auch seine Frau Naghmeh setzen sich seitdem für Saeed ein. Seine Frau ist von Amerika aus immer wieder in den Medien und in den sozialen Netzwerken aktiv. Auch die US-Regierung selbst setzt sich bei Verhandlungen mit dem Iran immer wieder für Saeed und andere zu unrecht inhaftierte US-Bürger ein. Bei einem Treffen mit Naghmeh Abedini sicherte Obama dies auch weiter zu. Bisher blieben alle Bemühungen ohne Erfolg.

Heute morgen postete Naghmeh auf ihrer Facebook-Seite jedoch, Saeed sei von der iranischen Polizei aus seiner Zelle geholt und aufs Polizeipräsidium gebracht worden. In welchem Zusammenhang ist noch nicht klar.

Nun ist es wohl Zeit für die christliche Gemeinde zu beten. Mehr als sonst noch.

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