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#reloaded: Der vielleicht schönste Psalm

Unter #reloaded erscheinen alte Texte von mir, die teilweise schon anderweitig veröffentlicht wurden. Die Texte stammen aus der Feder einer ca. 7-10 Jahre jüngeren Rachele, und ich würde sie heute wohl nicht mehr in dieser Form schreiben. Trotzdem habe ich mich entschieden, sie weitgehend unverändert zu lassen; kleinere Änderungen habe ich vorgenommen


Gedanken zu Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Ein Schaf das seinem Hirten folgt, hat es gut. Dieses Schaf wird weder von einem Wolf gerissen noch verirrt es sich. Und auch wenn ein Schaf wegläuft, wird es trotzdem nicht allein gelassen  – denn der Hirte kommt und sucht das Schaf, bis er es gefunden hat. Und bei dem Hirten wird das Schaf immer zu fressen und zu trinken haben. So ist das bei Gott auch. Wir können nicht aus Gottes Hand gerissen werden, denn er passt ja auf uns auf; und auch wenn wir mal von ihm „weglaufen“, holt er uns wieder zu sich. Er wird uns geistlich nicht verdursten und verhungern lassen – garantiert nicht. 

 


Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser
.

Ein Hirte führt seine Schafe sicher nicht in eine staubige Wüste, sondern will, dass sie immer auf einer saftigen Wiese grasen. Doch manchmal ist es für die Schafe besser, weiterzuziehen, sonst ist bald das Gras weggefressen. Und dann führt er sie vielleicht auch mal durch staubiges, erdiges Gebiet – doch ganz sicher kommt auch dann wieder eine Wasserquelle und eine neue, saftige Wiese.

Gott will uns auch auf eine geistliche grüne Wiese führen. Doch manchmal möchte er uns zu etwas Neuem, Besseren leiten. Dann kann es auch sein, dass der Weg durch ein staubiges Gebiet führt, dass wir auf dem Zahnfleisch gehen. Doch irgendwann kommt wieder eine Zeit, in der wir vor Freude über Gottes Liebe nur jubeln können! Gott wird uns nicht unser ganzes Leben über Steine führen – wir müssen nur auf ihn vertrauen.

 

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens Willen.


Und da ist es: Er erquickt meine Seele: Wir werden wieder froh sein! Auf rechter Straße heißt nicht unbedingt, dass es immer so angenehm ist – sondern für ihn, also um seines Namens willen, kann es sein, dass der gute Weg mal steinig und unbequem wird. Die rechte Straße ist nicht unbedingt, was mir recht erscheint.

 

 

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.


Wenn wir auch durch Zeiten gehen, in der wir unsere Gotteskindschaft anzweifeln, in der wir Gottes Nähe nicht spüren – wir sollen ja auf ihn schauen! Er wird uns trösten und tragen. Wir werden wieder aus der dunklen Zeit ans Licht kommen.

 

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.


Wenn wir von anderen Menschen verachtet werden, weil wir anders handeln als sie – eben gegen die Maßstäbe, die die Gesellschaft uns setzt, dann wird Gott uns letztendlich belohnen. Und das im Angesicht unserer Feinde – also sichtbar direkt ihnen vor Augen. Und der volleingeschenkte Becher heißt, dass Gott uns nicht nur ein bisschen seiner Vergebung, Freude und Liebe schenkt, sondern dass er uns damit übergießen will!

 

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.


Gott will und wird uns unser ganzes Leben mit Gutem überschütten, auch wenn es sich vielleicht nicht immer so anfühlt. Aus seiner Hand kann uns nichts reißen! Und: Es steht dort nicht „Ich werde mein Leben lang im Hause des Herrn bleiben“, sondern IMMERDAR. Für immer, auch nach dem Tod, wenn scheinbar alles aus ist, sind wir bei ihm: Bei dem, auf den wir getraut haben, für den wir vielleicht auch gelitten haben, der uns liebt und für uns gestorben ist!

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4 Kommentare zu „#reloaded: Der vielleicht schönste Psalm

    1. Der Psalm 23 ist natürlich sehr schön und Jesus könnte ganz sicher der gute Hirte von allen Menschen sein! Allerdings ist im Psalm 23 nicht von Jesus die Rede. Die „Neue evangelistische Übersetzung“ (NeÜ) übersetzt im Einklang mit dem Grundtext Psalm 23,1 (dito im Vers 6) „Jahwe ist mein Hirt“. Viele Übersetzungen lassen das hebräische JHWH zugunsten von „Herr“ einfach weg und verschleiern so die Identität des Schöpfers als den Hirten aus Psalm 23. So bezieht A. Mudersbach den Psalm 23 auf Jesus, Rachele richtigerweise auf Gott. Für mich hat der Psalm 23 mit dem Eigennamen Gottes deutlich mehr Substanz und Schönheit! Schließlich hat König David den einmaligen Psalm 23 so und nicht anders verfasst. Nur er und JHWH haben das alleinige Copyright.

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      1. Rainer Neuberger, HERR wird in verschiedenen Übersetzungen gross geschrieben und hier wird klar auf JHWH verwiesen im Gegensatz zu Herr, welches auf das hebräische Wort Adonai verweist. Der Grund dafür ist, dass die Juden statt Jahwe / Jachwe eben auch das Tetragram JHWH „Adonai“ aussprechen. Klar bezieht sich David in erster Linie auf JHWH, das schliesst aber nicht aus, dass auch Jesus der gute Hirte ist. Er sagt es ja selbst: »Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte ´ist bereit,` sein Leben für die Schafe herzugeben (Johannes 10,11). Ebenso in Vers 14. Natürlich können wir diesen Anspruch jetzt nicht allein aufgrund von Psalm 23 begründen. Wir müssen es auch im Blick auf Hesekiel 34 sehen. Dort ergeht die Anklage an die Hirten (die Führer des Volkes werden hier auch als Hirten bezeichnet) und in diesem Zusammenhang spricht JHWH: „Ich setze über meine Herde einen einzigen Hirten ein, der sie auf die Weide führen und für sie sorgen wird: einen Nachkommen Davids, der meinem Diener David gleicht. Er wird ihr Hirt sein und ich, der Herr, werde ihr Gott sein. Der Mann, der meinem Diener David gleicht, soll ihr Fürst sein.“

        Ich bin der Überzeugung, dass sich diese Stelle bei Jesus erfüllt. Er ist der gute Hirte. Die Aussage von Alfred Mudersbach ist nicht falsch. Sie ist im gesamtbiblischen Kontext betrachtet durchaus richtig. Was nun den Eigennamen Gottes betrifft, so gibt es durchaus auch Stellen, die man so deuten kann, dass auch Jesus diesen Namen besitzt. Oder welcher Name ausser JHWH kann in Philipper 2,9 gemeint sein? Welcher Name wäre denn noch bedeutender?

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