Glaube · Leben · Nächstenliebe

Verschenkte Möglichkeiten – und wie man es besser machen kann

Wer kennt sie nicht? Vergeudete Momente, oder positiver ausgedrückt: verschenkte Möglichkeiten. Wenn ich an meine Woche denke, fallen mir schon mal mindestens zwei ein.  Zum Beispiel habe ich einmal auf dem Weg zum Bahnhof verpasst, den wunderschönen roten Morgenhimmel zu fotografieren. Zwei Minuten später sah es dann schon nicht mehr fotowürdig aus – das war der eher unwichtige Moment, da ging es nur um mich und meine Fotografie. Der andere hingegen hat mich ein bisschen länger beschäftigt. Ich lief abends durch die Fußgängerzone und da stand ein Mann, vielleicht 30 Jahre alt, und hat Blockflöte gespielt. Ich weiß nicht, warum er das tat, aber ich hatte den Impuls, ihm Geld zu geben – und hab es nicht getan. Warum? Ich war in Eile. Dabei hätte mich das Ganze maximal 15 Sekunden Lebenszeit gekostet. Und es war mir peinlich, da alle Anderen an ihm vorbei liefen – was erst recht ein Grund hätte sein sollen, es anders zu machen. Denn sind wir mal ehrlich: Sich als erwachsener Mann, aus welchen Gründen auch immer, mit einer Blockflöte in die Fußgängerzone zu stellen, dazu gehört schon ziemlich viel Mut und Selbstbewusstsein. 

Im Nachhinein ist klar: Ich hätte gern gern anders gehandelt. Kann ich es ändern? Nein. Kann ich es das nächste Mal anders machen? Hoffentlich. 

Ein Blick in die Bibel zeigt hierbei: Nicht nur etwas Falsches tun, ist falsch. Das Richtige nicht zu tun, ist genauso falsch. Stellen, wie zum Beispiel Jakobus 4,17 zeigen das mehr als deutlich und die Stelle bezeichnet das Unterlassen von Gutem sogar als Sünde.

Klar sollte jedoch sein: Keine gute Tat, kein richtiges Handeln macht mich vor Gott zu einem besseren Menschen, das hat Jesus schon längt erledigt. Ich muss mir keine Pluspunkte sammeln, durch Jesu Tod ist das nicht mehr nötig, und auch übrigens gar nicht möglich. Jeder, der glaubt, ist frei von solchen Zwängen. 

Aber nichtsdestotrotz habe ich den Auftrag, die Menschen um mich herum zu lieben, und ihnen Gutes zu tun. Jesus hat mich frei gemacht – von dieser Freiheit und Freude dürfen und sollen Christen etwas abgeben! Wir sind befreit zum Lieben und Geben. Konkret soll das heißen: Anstatt schweigen, wenn etwas ungerecht ist, den Mund aufmachen. Jemand anderem helfen, egal ob etwas dabei rausspringt. Sich bewusst sein, dass das Richtige nicht zu tun, auch falsch ist. Momente, in denen man den Impuls hat, Gutes zu tun, nicht ignorieren. Und an mich: Das nächste Mal, meinen Geldbeutel heraus holen und dem Mann mit der Blockflöte etwas Geld geben. 

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7 Kommentare zu „Verschenkte Möglichkeiten – und wie man es besser machen kann

  1. I’ve read with Google translate.. so I’ve checked a lot of vocabularies to look up. 🙂 but it will help me to study German. 🙂 I admit that James 4:17 is really hard to follow.. sometimes I didn’t do even though I know.. I hope someday.. I could do everything in the Bible, so my deeds could glorify the God.

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  2. mit deinem Text sprichst du einem aus der Seele , gerade deine ersten Zeilen mit dem
    verpassten Fotomotiv oder das mit dem Mann der Blockflöte spielt , immer ist irgendwas was uns hindert . Mich hat dein Beitrag sehr berührt und finde du hast das auch sehr gut beschrieben

    Gefällt 1 Person

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