Bibel · Glaube · Rezension

Meine Studienbibel 

Heute möchte ich euch meinen persönlichen „Schatz“ vorstellen, was das Bibel lesen angeht – meine Studienbibel. Letztes Weihnachten gewünscht und bekommen, gedacht als Bibel um gelegentlich mal etwas nachzuschlagen. Geworden ist sie meine täglich benutzte Bibel – ausgenommen beim Reisen oder im Gottesdienst, da darf immer noch ihr Luther-Vorgänger mit, denn zum mitnehmen ist sie zugegebenermaßen etwas unhandlich.

Handeln tut es sich hierbei um eine Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel. Als ich meiner Theologie studierenden Freundin erzählte, dass ich mich für den Urtext der Bibel interessiere, schlug sie mir direkt diese Bibel vor. Zum Einen ist die Elberfelder Übersetzung nah am Urtext übersetzt, zum Anderen gibt es eben diese Studienbibel mit Sprachschlüssel ins Hebräische und Griechische. 

Die Bibel umfasst etwa 2500 Seiten, was für den vorhandenen Inhalt eigentlich wenig ist. Großbuchstaben dürfen also nicht erwartet werden. Wie in jeder Bibel sind erst das alte und dann das neue Testament vorhanden. Vor jedem Buch gibt es eine Einführung in Geschichte und Umfeld des jeweiligen Buches. Die Einführungen sind je nach Buch unterschiedlich lang, meist so eine Seite. Im Text selbst gibt es per Fußnoten kurze Anmerkungen zu Begriffen oder anderen möglichen Bedeutungen des Textes. Die sind kurz gehalten, pro Seite ca. 10 Fußnoten mit maximal  zwei Zeilen. Doch trotzdem finde ich sie persönlich sehr hilfreich. 

Nun zu meinem Favoriten: Im Text sind Worte unterstrichen und mit einer ein- bis vierstelligen Nummer gekennzeichnet. Anhand dieser Nummer kann man das jeweilige Wort dann im entsprechenden Sprachschlüssel finden. Das braucht ein wenig Übung, doch mittlerweile finde ich die Worte meist innerhalb weniger Sekunden – auch dank Post-it’s, die mir zeigen, wo der Bibeltext aufhört und die jeweiligen Sprachschlüssel beginnen 


Der Sprachschlüssel zum Alten Testament bietet nach einer kurzen Einführung in Alphabet und Grammatik dann eben genau die Erklärungen zu den im Bibeltext gekennzeichneten Worten. Hier steht immer die hebräische Schreibform, sowie die Aussprache in lateinischer Schrift. Danach dann die Bedeutung oder Bedeutungen des Wortes. Es folgen dann Synonyme, Erklärungen und Stellen, in denen das Wort in der jeweiligen Bedeutung vorkommt. So wurden fast 9000 hebräische Worte aufgearbeitet. Es folgt noch eine Liste aller alttestamentarischer Namen. 


Der Sprachschlüssel zum Neuen Testament ist im Prinzip gleich aufgebaut. Es gibt ebenfalls eine Einführung ins Alphabet und die Grammatik und danach kann man in bereits beschriebener Weise über 5000 griechische Worte finden. 

Grammatische Hinweise wurden in beiden Sprachschlüsseln weitgehend weggelassen. Das ist auch gewollt, um das Ganze auch für Laien einfach zu halten (Danke!). Im neutestamentlichen Text finden sich neben den Zahlen für den Sprachschlüssel manchmal auch noch kleine Buchstaben, die dann für die Verlaufsform von Verben stehen und in der grammatischen Einführung ins Griechische erklärt werden. Das macht Sinn, da die Verlaufsform oft die Bedeutung des Verbs nochmal beeinflusst. 

Im Anschluss an die beiden Sprachschlüssel folgt eine komplette Konkordanz, sprich man kann alphabetisch nach Worten suchen und dann sehen, wo überall dieses Wort im biblischen Text vorkommt. Am Ende der Studienbibel befinden sich noch verschiedene Zeittafeln, Karten und Pläne (beispielsweise von der Stiftshütte, vom Tempel, von Jerusalem).

Fazit: Ich bin überzeugt von dieser Studienbibel. Ich wollte mehr Einsicht in den Urtext haben – und das habe ich. Experten wird der Sprachschlüssel wahrscheinlich zu wenig umfangreich und zu wenig grammatikalisch aufgebaut sein. Für mich, als jemand, der eben weder Hebräisch noch Griechisch beherrscht, ist er super – und gerade durch die Einfachheit auch klar und logisch. Auch die anderen Teile der Studienbibel sind sehr hilfreich und umfangreich. Definitiv eine Bibel, mit der man mehr als „nur“ Bibel lesen kann. 

Was mir fehlt: Parallelstellen. Für mich überwiegen definitiv die vielen Vorteile, die diese Bibel mir bietet – aber schade ist es trotzdem, dass keine Parallelstellen angegeben sind. 

Für Leute, die sich für das Hebräische und Griechischen interessieren und dahingehend mehr Einblick bekommen wollen, ist diese Studenbibel definitiv empfehlenswert (beim Kauf bitte auf den Sprachschlüssel achten, es gibt die Studienbibel nämlich auch ohne). Wenn jemand aber großen Wert auf viel historische und kulturelle Erklärung oder umfangreiche Erklärungen/Auslegungen zum Text haben möchte, gibt es wahrscheinlich dafür geeignetere Studienbibeln. 

Noch kurz zur Übersetzung: Wie bereits erwähnt, ist die Elberfelder Bibel nah am Urtext übersetzt, was ich sehr an ihr schätze. Das macht die Übersetzung jedoch an manchen Stellen etwas holprig und schwer zu lesen. Für jemanden, mit Erfahrung im Bibel lesen, dürfte das kein Problem sein. Aber: Die Elberfelder Übersetzung ist insgesamt (ob als Studienbibel oder als normale Bibel) eher nicht geeignet, wenn jemand gerade mit dem Bibel lesen anfängt. Für eine erste Bibel gibt es definitiv bessere Übersetzungen.

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10 Kommentare zu „Meine Studienbibel 

  1. Ich liebe diese Bibel sehr. Es schauen lauter weiße Zettel aus hier heraus 🙂 Ein wahrer Schatz, insbesondere für diejenigen, die des Hebräischen und des Griechischen nicht mächtig sind. Ich arbeite schon seit einigen Jahren mit ihr. Die Unterschiede in der Übersetzung zur Lutherbibel sind teilweise enorm, die Botschaft umgekehrt. Und wenn man sich dann den Sinn aus dem Hebräischen erschließt, findet man noch viele Ebenen hinter dem puren Text.

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    1. Ja, gerade wenn man diese Sprachen nicht beherrscht, ist es eine sehr gute Möglichkeit, trotzdem in den Urtext schauen zu können – empfinde es auch als große Bereicherung und möchte die elberfelder Übersetzung nicht mehr missen 🙂
      Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße!

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  2. Genau diese Studienbibel benutze ich auch privat und für die Uni (und auch ich habe sie letztes Weihnachten geschenkt bekommen!). Meine Erfahrungen sind ähnlich, wie Deine, besonders der Sprachschlüssel bedeutet mir viel 🙂
    Liebe Grüße
    Esther

    Gefällt 1 Person

  3. Ich hab einige Zeit die Genfer Studienbibel gehabt, aber ich fand die vielen Kommentare störend und das Gewicht war zu hoch. Deshalb bin ich auf eine einfache Schlachter2000 mit Parallelstellen umgestiegen. Und den Konkordanz und Sprachschlüssel habe ich auf meinem Handy mit der „mySword“ App. So habe ich bei geringem Gewicht viel dabei 🙂

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