Advent · Glaube · Jesus

Adventsgedanken

Und wieder ist er da, der Advent. Morgen feiern wir sogar schon den zweiten; überall sind Weihnachtsmärkte, beim Adventskalender sind die ersten Türchen schon geöffnet- es geht wieder mal mit großen Schritten auf das Weihnachtsfest zu. 

Und immer wieder fällt mir auf, wie paradox diese Zeit im Jahr doch ist. Einerseits gemütlich und kuschelig – was ich sehr an ihr schätze-, andererseits hektisch. Man stellt sich Kerzen in die Wohnung, für deren Anzünden man eigentlich gar keine Zeit hat. Advent soll eine Zeit der Besinnung sein, doch anstatt dessen überlegt man fieberhaft, welche Geschenke noch fehlen und wann man diese noch besorgen kann. Man geht auf vermeintlich gemütliche Weihnachtsmärkte und schiebt sich dann durch die Menschenmassen an Wurstbuden vorbei. 

Die Konsumgesellschaft (von der ich zweifelsfrei auch ein Teil bin) hat etwas aus dieser Zeit gemacht, was sie eigentlich nie sein sollte. Ursprünglich war die Adventszeit schließlich etwas ganz anderes. Keine Zeit der Freude, sondern eine Zeit der Buße. Im Advent wurde als Vorbereitung auf Weihnachten gefastet, öffentliches Feiern war verboten. Wenn ich diese zwei Ausprägungen der Adventszeit nebeneinander betrachte, muss ich mir fast das Lachen verdrücken, denn unterschiedlicher könnten sie kaum sein. 

Ich denke, beides ist nicht richtig. Weder eine tieftraurige Adventszeit, noch ein schnelllebiger, auf Konsum fixierter Advent treffen den Kern dessen, was Advent sein sollte. Advent bedeutet „Ankunft“ – man darf sich auf Weihnachten freuen, das Fest zur Ankunft Jesu hier auf Erden. Diese Zeit im bloßer Buße zu verbringen, wäre nicht konform, wahrscheinlich sogar nicht möglich in der heutigen Zeit – und mit Sicherheit auch nicht richtiger als die heutige Art, Advent zu feiern – denn Jesus hat uns zur Freude und Freiheit berufen. Und doch ist es definitiv gut, sich im Advent mal darauf zu besinnen, weshalb Jesus auf die Erde kam: Wegen dir und mir. Da kann sich dann schon mal Dankbarkeit oder vielleicht auch ein bisschen Betroffenheit über die eigene Natur einstellen. Jesus befreite uns von Gesetz, Opfergaben und sehr viel Unfreiheit. Die Juden mussten sehr viele Vorschriften befolgen, um mit Gott ins Reine zu kommen- denn die menschliche Natur ist eben nicht gut oder perfekt. Wer davon einen besseren Eindruck bekommen möchte, kann mal die Opfervorschriften aus 3.Mose lesen. Ohne Jesus wären wir da noch heute. Als Christen sind unsere Wurzeln im Judentum – und doch hat Jesus es möglich gemacht, dass wir frei sind. Ursprünglich symbolisierten die vier Kerzen auf dem Adventskranz übrigens die vier Jahrtausende, die die Menschhheit auf Jesus warten musste – die Adventszeit mal aus dieser Sicht zu sehen, richtet auf jeden Fall den Blick ein bisschen weg von Kerzen und Geschenken hin zu dem wunderbaren Geschenk, das Gott uns gemacht hat: Jesus kommt als Baby auf diese Welt. 

Und das sollte auch der Mittelpunkt von Advent und Weihnachten sein. Geschenke sind schön und gut – wir dürfen schenken, weil wir selbst reich beschenkt wurden. Doch das darf nicht der Hauptfokus sein. Auch Zeit mit der Familie ist wunderschön- doch auch das ist nicht das Wichtigste an Weihnachten. Das Wichtigste ist das Geschenk, das Gott uns gemacht hat. 

Ich wünsche euch eine schöne und gesegnete restliche Adventszeit! 

Advertisements

Ein Kommentar zu „Adventsgedanken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s