Bibel · Glaube · Sprüche

Der Weisheit auf der Spur [Bibelschätze] 

Eine ältere Person mit grauem Haar sitzt in einem Schaukelstuhl und gibt ihre Lebenserfahrung weiter. Das ist so das erste Bild, was mir beim Stichwort „Weisheit“ bisher in den Kopf kam. Bis vor Kurzem hatte ich mich auch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt; Weisheit war eher abstrakt und wünschenswert, aber nicht wirklich  greifbar. Bis ich eine Predigtreihe zu dem Thema gehört habe, die mich sehr angesprochen hat. Und da habe ich beschlossen, mich mit dem Thema näher zu beschäftigen. Und welches Buch würde sich da besser eignen, als die Sprüche Salomos – die Sprüche des Mannes, der als der weiseste Mann überhaupt gilt. Und während ich dieses Buch so durchgearbeitet habe, musste ich feststellen, was ich beim Hören der Predigten schon geahnt hatte: Mit einem Menschen im Schaukelstuhl hat Weisheit nicht so viel zutun. 

Die Sprüche gliedern sich in zwei Teile. In dem ersten Kapiteln wird die Weisheit definiert und vorgestellt, sie tritt sogar als Person auf. Einige Themen, die auch später immer wieder auftauchen, werden ausführlich behandelt (z.B. Gottesfurcht, Ehebruch und Gehorsam gegenüber den Eltern). Ab Kapitel 10 werden dann einzelne Sprüche aufgelistet, die im Ganzen gesehen das Leben eines weisen Menschen abzeichnen. 

Und das Thema ist komplexer als erwartet. Wenn ihr euch dafür interessiert- lest die Sprüche als eins der biblischen Weisheitsbücher selbst. Mit seinen 31 Kapiteln eignet es sich zum Beispiel super als „einen Monat Weisheit“ – jeden Tag ein Kapitel. Die Sprüche sind weitgehend gut verständlich und nicht sehr schwer zu lesen.

Doch nun hier die fünf wichtigsten Punkte, die ich in den Kapiteln 1-9 über die Herkunft und Vorraussetzungen der Weisheit gefunden habe: 

1. Wer sich für weise hält, ist es sehr wahrscheinlich nicht. So zum Beispiel in Sprüche 3,7: „Sei nicht weise in deinen Augen“. Immer wieder weist das Sprüchebuch auf Demut anstatt Stolz hin.

2. Die Weisheit ist Gottes Besitz und Erfindung. Sie wird sogar als sein erstes Schöpfungswerk vorgestellt. Die Weisheit tritt in Sprüche 8,22-31 selbst auf und berichtet davon – in Zusammenhang mit einem, wie ich finde, sehr poetischen Schöpfungsbericht. 

3. Die Grundlage für Weisheit ist Gottesfurcht. Und Gottesfurcht wird durch das Vermeiden vom Bösen definiert (Spr. 1,7 und 8,13). Ich würde jetzt einfach mal so weit gehen und sagen: Wer weise werden will, sollte Gott und seinen Willen kennen und das wiederum kann man in der Bibel finden. Ein Bewusstsein für die Verantwortung, die man durch sein Handeln hat, sowie Bibelkenntnis und eine lebendige Beziehung zu Gott würde ich also als eine der Grundlagen für Weisheit sehen. 

4. Weisheit ist nicht angeboren oder stellt sich irgendwann von selbst ein, sondern muss erlernt werden. Weisheit hat nichts mit dem Schulabschluss oder dem Intellekt zutun. Sie hat auch nichts mit dem Alter einer Person zutun. Auch wenn Lebenserfahrung sicher ein Vorteil ist, beschränkt sich Weisheit nicht auf die ältere Generation oder fällt ihr automatisch zu. In Sprüche 9, 1-6 lädt die Weisheit die Unerfahrenen und Unverständigen zu sich ein, um sie zu lehren. Sie ist nicht unnahbar oder nur der „christlichen Elite“ vorbehalten-Wer sie sucht, wird sie finden. 

5.Weisheit ist kein dauerhafter Zustand. Kontinuierlich wird in den Sprüchen von dem Suchen der Weisheit oder dem Finden der Weisheit geredet. Ich schließe daraus, dass Weisheit kein Zustand, sondern ein Prozess ist. Wer einmal eine weise Entscheidung  getroffen hat oder einen weisen Ratschlag erteilt hat, wird das nicht automatisch von jetzt an immer tun. Es gilt immer neu, sich auf Gottes Wort und Willen auszurichten. Dass Weisheit eben kein Zustand ist, sieht man gut an Salomo. Er  gilt als weistester Mensch überhaupt und hat doch auch einige unweise Entscheidungen getroffen. Schließlich haben seine Frauen aus anderen Religionen ihn zu Fall gebracht – gleich tausend von ihnen zu heiraten, war im Nachhinein nicht weise. 

6.Gott gibt Weisheit. Das Wichtigste zum Schluss. Gott als Besitzer und Urheber der Weisheit, möchte sie uns geben (Sprüche 2,6). Sich alleine auf der Suche nach Weisheit abzurackern, wäre sinnlos. Gott zu kennen und ihn um gute Entscheidungen zu bitten- das ist im Endeffekt der Schlüssel zur Weisheit. 

Das ist nur eine sehr grobe Zusammenfassung – ich kann euch aber wirklich nur als Herz legen, selbst mal in das Thema einzutauchen. Auf Weisheit liegen viele Verheißungen und sie ist laut den Sprüchen kostbarer als Schätze – man sollte sie also nicht unterschätzen! 

Wie bereits erwähnt, wird ab Kapitel 10 der Sprüche, das Leben und die Eigenschaften eines weisen Menschen gezeichnet – dazu wird es nächste Woche dann noch einen Beitrag geben. Das wird dann auch ein bisschen alltagskonkreter- versprochen. 


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5 Kommentare zu „Der Weisheit auf der Spur [Bibelschätze] 

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