Bibel · Glaube · Sprüche

Der Weisheit auf der Spur – Teil 2 [Bibelschätze]

Letzte Woche ging es bereits um meine Entdeckungen, die ich in den Sprüchen gemacht habe (Hier nachzulesen). Während es in der letzten Woche eher um die Herkunft und den Erwerb von Weisheit ging, wird es heute ein bisschen konkreter. In den Kapiteln 10-31 im Buch der Sprüche werden sehr, sehr viele einzelne Sprüche, also Ratschläge oder Verhaltensrichtlinien, aneinander gereiht. Insgesamt würde ich behaupten, dass diese Sprüche die Charaktereigenschaften und Handlungen einer weisen Person beschreiben. Und hier gilt wieder – wie bereits in Teil 1: Selbst lesen! Ich kann nur jedem empfehlen, die Sprüche selbst dahingehend zu lesen. Das Buch ist einfach so vielfältig, dass ich hier unmöglich alle Weisheiten und Charaktereigenschaften in einen Blogbeitrag packen kann. Deshalb habe ich nur die am meist genannten und für mich prägnantesten Eigenschaften und Handlungsweisen eines weisen Menschen aufgelistet und ermutige euch, den Rest selbst nachzulesen. 

Beim Lesen der folgenden Punkte wird euch auffallen, dass wahrscheinlich kein Mensch all diese Aufgaben ständig in sich vereint. 

1. Geradlinigkeit und Integrität – ein weiser Mensch weiß, was er glaubt und für richtig hält und steht offen dazu. Aber er redet nicht nur, sondern handelt auch danach; sprich: Er ist authentisch was seine Überzeugungen und seine Lebensweise angeht. 

Wie bereits letze Woche beschrieben, hat Weisheit viel mit Gottesfurcht zutun – die Überzeugungen des weisen Menschen decken sich also mit denen der Bibel. Er kennt diese und steht fest darin.

Außerdem ist der weise Mensch Anderen gegenüber insofern integer, dass er das gleiche Maß an sich und Andere legt und somit nicht mehr von Anderen erwartet, als er selbst leisten kann. Und er ist vertrauenswürdig und verplappert sich nicht unnötig – doch dazu noch mehr in Punkt 2.

Irgendwo habe ich kürzlich folgende Aussage zur Integrität gelesen und ich finde, die passt hier ganz gut: Integrität ist, das Richtige zu tun, auch wenn niemand zuschaut.

(U.a. Sprüche 10,9;11,13; 11,19; 14,2; 20,10; 24,24&25)

2. Sprechen und Hören – und zwar beides im richtigen Moment. Ein weiser Mensch sagt nicht immer alles, was er weiß. Er kann gut zuhören und weiß, was ein gutes Wort im richtigen Moment bewirkt; er weiß aber auch, welche Macht schlechte Worte haben und vermeidet diese. Immer wieder wird auch betont, dass er sanft redet, ohne Ärger oder Zorn. Was nicht heißt, dass er immer nur das sagt, was die Anderen hören wollen- ganz im Gegenteil. Aber er sagt die Wahrheit auf eine Art und Weise, die nicht sofort Streit oder Wut herausfordert, sondern redet in Liebe. (U.a. Sprüche 12,23&25; 15,4; 15,28; 16,24; 18,13; 27,6)

3.Ein fröhliches Herz – denn schlechte Laune macht die Situation auch nicht besser. Wer ein fröhliches Herz hat und nicht alles schwarz sieht, ist eher glücklich.  (Sprüche 15,15; 17,22)

4. Ein barmherziges Herz- Der weise Mensch sieht die Not Anderer und schaut nicht weg. Er hat Zivilcourage und ein Herz für die, die schwächer als er selbst sind. Und wenn sie es nicht können, erhebt der weise Mensch seine Stimme für sie. In den Sprüchen wird sogar erwähnt, dass die schlechte Behandlung eines schwachen Menschen, einer Beleidigung seines Schöpfers gleich kommt. 

Der weise Mensch liebt aber auch diejenigen, die ihm das Leben schwer machen. Hierzu gibt es in den Sprüchen den Ausruck „glühende Kohlen auf ihr Haupt zu sammeln“ -der weise behandelt seine „Feinde“ so gut, dass er es ihnen schwer macht, ihn zu hassen. Er bringt sie durch freundliches Verhalten quasi in Verlegenheit. 

(U.a. Sprüche 14,31; 19,17; 21,13; 25,21&22)

5. Kritikfähigkeit – der weise Mensch hält sich nicht für perfekt und nimmt deshalb Kritik gerne an. Er weiß, dass er durch Anstöße von außen wachsen kann und ist deshalb nicht beleidigt, wenn ihn jemand auf seine Fehler hinweist.(u.a. Sprüche 13,10; 13,18; 17,10)

6. Sicherheit bei Gott suchen -Der weise Mensch kennt seine eigenen Möglichkeiten und weiß, dass diese sehr begrenzt sind. Deshalb sucht er seine Sicherheit und seinen Halt bei Gott. Er weiß, dass Gottes Pläne besser als seine eigenen sind und das Vertrauen in Gott kein verlorenes Vertrauen ist. (Sprüche 16,9; 18,10;28,1; 28,25)

Ok, wow, so bin ich definitiv nicht immer. Ich stehe nicht immer für das ein, was ich glaube. Ich erwische mich seltener als früher beim Lästern – aber ich erwische mich trotzdem manchmal dabei. Ich schaue hin und wieder bei Not weg und verlasse mich zu oft auf mich selbst. Machen mich die Sprüche deshalb jetzt traurig oder resigniert? Nein. Ich bin ein Mensch und werde in diesem Leben nicht perfekt sein, niemals. Aber die Sprüche haben mich erneut erinnert, welche „Weisheitspunkte“ mir leichter fallen und woran ich noch ordentlich arbeiten kann. Das im Kopf zu haben und dafür zu beten, ist auf jeden Fall hilfreich- denn im Endeffekt bewirkt Gott diese Dinge in mir. Ohne ihn ist alles Suchen nach Weisheit vergebene Liebesmüh.

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7 Kommentare zu „Der Weisheit auf der Spur – Teil 2 [Bibelschätze]

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