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Die Welt leidet – kann man da überhaupt Weihnachten feiern? 

Die letzten Tage waren vollbepackt mit schlechten Nachrichten: Berlin, Zürich, Ankara, Aleppo – um nur einige zu nennen. Mein Beileid an dieser Stelle allen Betroffenen; es ist unfassbar traurig, wie viele Menschen allein in dieser Woche aufgrund des Einflusses Anderer, teils willkürlich sterben mussten. 

„Und das kurz vor Weihnachten“ waren die Worte und Gedanken vieler. Ja, ich hatte diesen Gedanken auch. Terror, Tod, politische Spannungen und Krieg passen nicht in unser kuscheliges Bild von Weihnachten. Das stört die Atmosphäre von Kerzenschein, Familienzeit und  Tannenzweigenduft. 

Doch das ist eigentlich nicht Weihnachten. Jesus kam nicht in eine Welt, in der Geschenke und leckeres Essen eine Rolle gespielt hätten. Israel war von den Römern besetzt und die Menschen fühlten sich unterdrückt. Der regierende König Herodes war ein machtliebender, rücksichtsloser Herrscher, dem es auf ein Menschenleben mehr oder weniger nicht ankam – das wissen wir aus biblischen und säkularen Aufzeichnungen. Israel stand von verschiedenen Seiten unter Druck; das Volk schrie förmlich nach Veränderung und einer Revolution. Sie hofften auf den Messias, der ihnen endlich Befreiung von den Römern bringen würde. 

Die Welt, in die Jesus vor 2000 Jahren kam, kannte Hass und Gewalt. Die Futterkrippe, in die Jesus gelegt wurde, hatte nichts mit dem gemütlichen Wohnzimmer gemein, in dem wir Weihnachten verbringen werden. Gott wurde Mensch und kam in diese verkorkste Welt – und verkorkst ist sie damals wie heute. 

Jesus brachte nicht die Revolution, auf die die Juden hofften. Er zerschlug die Römer nicht mit einem mächtigen Heer. Er brachte eine andere, viel weitreichendere Revolution. Er revolutionierte unsere Beziehung zu Gott, er gab ewige Hoffnung, besiegte den Tod – und wenn ein Blick in die nahe Zukunft Angst machen kann, so darf jeden, der an Jesus glaubt, ein Blick in die weitere, ewige Zukunft fröhlich machen: Jesus wird wiederkommen und dann wird Leid und Tod für immer (also wirklich immer-immer) vergessen sein. 

Wenn ich in die Nachrichten gucke, habe ich viele Fragen und wenige Antworten. Doch ich möchte daran festhalten, was Weihnachten bedeutet: Gott erniedrigte sich, 30 Jahre auf dieser Welt zu verbringen. Jesus kennt jedes menschliche Gefühl, er hat Angst und Wut genauso erlebt, wie wir. Denn trotz seiner Gottheit war er ganz Mensch. 

Und obwohl Jesus heute, an Weihnachten, natürlich nicht leibhaftig auf diese Erde kommt, ist er da. Mitten in allen schlechten Nachrichten, mitten in allem privaten und universellen Chaos. Denn bevor er vor 2000 Jahren diese Erde wieder verließ, da hat er versprochen: 

Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt. (Matthäus 28,20) 

Gott ist da – das ist Weihnachten. In diesem Sinne wünsche ich euch allen heute und die nächsten Tage ein sehr gesegnetes und schönes Weihnachtsfest! 

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11 Kommentare zu „Die Welt leidet – kann man da überhaupt Weihnachten feiern? 

  1. Gerade jetzt in diesen ruhigen chaotischen Zeiten brauchen wir das Feiern von Weihnachten. Das stille Weihnachten, das innere Weihnachten. die Geburt von Licht und Liebe in uns. Jedes Jahr neu und wirklich neu. In uns verbindet sich das Göttliche mit dem Menschlichen. Unsere Welt braucht Menschen die von innen heraus strahlen, da sind, präsent sind. In tiefer Verbundenheit mit allem was ist. Danke für dein Schreiben und Mitteilen, ich wünsche dir lichtvolle und freudige Weihnachten.

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  2. Danke für deinen Text. Du bringst es auf den Punkt. Besonders bei diesem Satzteil kam ich gerade ins Nachdenken: „[…] und wenn ein Blick in die nahe Zukunft Angst machen kann, so darf jeden, der an Jesus glaubt, ein Blick in die weitere, ewige Zukunft fröhlich machen“.

    Jesus sagte zu seinen Jüngern: Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. (Johannes 16,33)

    Das sagt derselbe Jesus, der kurze Zeit später ebenfalls Angst vor der nahen Zukunft hatte. Doch er wusste schon zuvor, dass er mit seinem Tod die Welt überwinden würde. Er ist sogar dermassen davon überzeugt, dass er diesen Satz in der Vergangenheitsform formuliert, so als sei es schon geschehen. Wie Jahrhunderte zuvor schon Jesaja über den Messias sprach: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt […]“.

    Jesus selbst hatte eine Perspektive, welche über den Tod hinaus führt und diese Perspektive dürfen wir, die wir an Jesus glauben, auch haben.

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    1. Und aus lauter Staunen heraus, was da Jesus für uns tat, vergass ich doch förmlich, dir noch fröhliche und gesegnete Weihnachten zu wünschen. Ich dachte gerade neulich: Es ist richtig toll mit Bloggerfreunden, welche das gleiche Anliegen haben, unterwegs zu sein (ganz egal, ob ich diese Freunde nun persönlich kenne oder nicht). Sei reich gesegnet und ich freue mich auch im neuen Jahr wieder von dir zu lesen 🙂 .

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      1. Danke für dein Kommentar und die Gedanken zu Johannes 16,33! Das habe ich so noch gar nicht gesehen und es ist wirklich bemerkenswert, dass Jesus diesen Satz bereits vor seinem Tod sagte!
        Danke – und dir ebenfalls gesegnete Weihnachten!
        Das stimmt echt – Das bloggen macht grade durch den Dialog mit anderen Spaß 😊 liebe Grüße!

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  3. Ja, diese Gewalt ist so unverständlch. Ich bin so froh, dass Jesus nicht zur Waffe gegriffen hat. Er meinte, dass wer zum Schwert greift, auch durch das Schwert umkommen wird. Seine Forderung ist nicht Hass, sondern Liebe. Sogar unsere Feinde sollen wir lieben. Das hat er selbst am Kreuz eindrucksvoll getan. Wenn alle Menschen seinen Worten folgen würden, hätten wir solche Anschläge nicht.
    Danke auch für diesen Text! Wieder mal sehr gut! Herzlichen Gruß!

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