Glaube · Jesus · Leben · Religion

Alles ist bezahlt 

Warum mich ein Frühstück in Italien an meinen Glauben und an Jesus erinnert hat – das möchte ich heute erzählen.

Wir waren ab dem ersten Weihnachtsfeiertag in Italien bei der Familie meines Mannes zu Besuch. Der Durchschnittsitaliener geht morgens in eine Bar und frühstückt dort mit Espresso oder Cappuccino und einem Brioche (so etwas ähnliches wie ein gefüllter Croissant). Dass eine italienische Bar keine Bar im deutschen Sinne, sondern eher ein Café ist, lässt das ganze weniger verwerflich klingen. 

Und die Italiener wissen, wie man Kaffee zubereitet und Brioches backt! Also haben wir uns dieses Vergnügen auch nicht nehmen lassen und haben es uns morgens in unserer Lieblingsbar gemütlich gemacht. Natürlich im Wissen, dass wir alles, was wir essen und trinken, später bezahlen müssen. Am Schluss sind wir, wie immer, zur Kasse gegangen und haben der Frau dort alles aufgezählt, was wir gegessen und getrunken hatten. Sie hat die Dinge in die Kasse getippt und in dem Moment, wo eigentlich der Gesamtpreis auf dem Display erscheinen sollte, stand da 0,00€ und die Kassiererin sagte: „Ihr könnt gehen.“ 

Wir standen da ziemlich perplex und hatten wahrscheinlich einige Fragezeichen im Gesicht. Beim Gedanken, die Bar jetzt einfach zu verlassen, fühlte ich mich irgendwie komisch- schließlich hatten wir ja eigentlich eine Schuld dem Geschäft gegenüber. Andererseits wollte die Kassiererin kein Geld von uns. Es hat sich dann herausgestellt, dass meine Schwiegermutter uns eine Freude machen wollte und bereits am frühen Morgen in der Bar Bescheid gesagt hatte, dass sie für uns zahlen würde. Wir konnten also nach Hause gehen, ohne zu bezahlen- es war ja schon alles bezahlt. 

Und genau so ist es doch mit Jesus und seinem Erlösungswerk. Wir Menschen sind fehlerhaft, machen täglich Dinge falsch, laden Schuld auf uns. Die Konsequenzen müssen wir eigentlich selbst tragen: Sündige Menschen und ein heiliger Gott passen nicht zusammen – Gemeinschaft und eine Ewigkeit mit ihm im Himmel sind unmöglich. Die Schuld, die wir gegenüber Gott haben, könnten wir niemals begleichen – die Konsequenz: völlige Trennung von Gott, ein ewiges Verbleiben dort, wo „Heulen und Zähneklappern“ (Lukas 13,28) ist. 

In dem Bar-Bild gesprochen: Wenn ich eines Tages vor Gott stehe, müsste er eigentlich all meine Fehler und Schuld auflisten und das Ergebnis wäre eindeutig: „Die Schuld ist nicht zu begleichen. Kein Zutritt in den Himmel.“ Doch anstatt dessen wird etwas anderes erscheinen: „Es ist bezahlt-bitte eintreten.“ Denn Jesus hat bereits bezahlt – mit seinem Leben. Er hat sich in die völlige Trennung von Gott begeben; das ist der wohl schlimmste Zustand für jeden Menschen und besonders für den Sohn Gottes. Er hat den Tod besiegt und hat für meine und deine Schuld bezahlt. 

Es ist bezahlt. Du kannst gehen. Die einzige Forderung ist eine Entscheidung für den Glauben. Wir müssen eingestehen, dass wir fehlerhaft sind und Schuld haben. Und dann können wir um Vergebung bitten und Gott hat versprochen, zu vergeben. Es ist bezahlt, der Weg ist frei. Eine Beziehung zu Gott wird möglich, für alle Ewigkeit. 

Während es bei meinem Frühstückserlebnis um etwas materielles ging, geht es bei Jesus um mehr – nämlich um ein Leben, um eine Ewigkeit. 

Solltest du diese Entscheidung noch nicht getroffen haben, kannst du das heute tun. Der perfekte Augenblick ist heute, nicht irgendwann. Dazu braucht es auch keine großen Worte oder eine schöne Rhetorik. Ein einfaches Gebet wie „Jesus, ich weiß, dass ich schuldig bin. Ich glaube, dass du für mich gestorben bist. Bitte vergib mir und komm in mein Leben“ reicht vollkommen. Und dann suche dir andere Christen, die dich in deinem Glauben begleiten können. Gern kannst du mir auch eine Mail schreiben (Racheleswelt@gmail.com). 

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16 Kommentare zu „Alles ist bezahlt 

  1. Ein schönes Erlebnis! Ja die Italiener und ihre Gastfreundschaft :). Wir waren mal im Norden Italiens und hatten das Ferienhaus weit oben. Eingekauft hatten wir zu Fuss mit grossen Rucksäcken. Für einen Weg hatten wir rund drei Stunden. Einmal es hat wie aus Kübeln geregnet. Als wir am Rand des kleinen Städtchens waren, wollte uns gleich eine Familie zu einem Glas Wein einladen (ich glaube der Wein wäre für meine Eltern gedacht gewesen mein Bruder und ich waren da noch etwas zu jung dafür 😉 ). Doch wir wollten weiter um noch vor Sonnenuntergang wieder zuhause zu sein. Beim nächsten Mal, als wir Einkaufen wollten, war die Brücke nicht mehr da. Sie wurde richtiggehend weggeschwemt. Auf der anderen Seite winkten uns zwei Bauarbeiter zu, die sich darum kümmern sollten. Sie gaben uns zu verstehen, dass wir weiter rauf zur grossen Antenne gehen sollen, sie würden uns dann mit dem Auto mitnehmen. Erst kurz vor dem Städtchen erkärten sie uns, dass sie das eigentlich gar nicht machen dürften und wir gingen dann den Rest noch zu Fuss. Ich glaube in Italien gilt das Prinzip: Die Menschen, die Gemeinschaft und das Essen sind wichtiger als die Arbeit. Gefällt mir noch ziemlich gut diese Mentalität. Ob die Brücke heute wieder steht? Keine Ahnung 🙂

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    1. Ja, die Italiener sind wirklich sehr herzlich und gastfreundlich 😊 ich saß schon mal mittags um 12 bei italienischen Winzern in der Küche und durfte Wein trinken 😄
      Ob die Brücke aus deiner Geschichte wieder steht…. ist nicht unmöglich, aber fraglich 😉😉

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  2. Wie wunderbar, dass die Errettung in JESUS umsonst ist – nimm sie heute noch an – 2Tim 1,9 Er – JESUS – hat uns gerettet und uns dazu berufen, ganz zu ihm zu gehören. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade und freiem Entschluss.

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  3. Schön geschrieben mal wieder, vielen Dank! Wie gut ist es doch zu wissen, dass Jesus schon den Eintritt für uns in den Himmel bezahlt hat. Wir müssen dies nur schon zu Lebzeiten festmachen im Gespräch mit ihm. Ich freue mich schon so auf ihn und die Schönheit des Himmels. Und bestimmt kann da auch jemand Kaffee kochen und Brioches backen! 😊
    Herzlichen Gruß!

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  4. Wow wie cool! Und ein tolles Erlebnis und noch viel toller in Hinblick auf Jesus. Mir ist das einmal passiert, dass ich Kaffeetrinken war mit einer Freundin und als wir nach der Rechnung gefragt haben, stand mein Kaffee nicht oben- hab den Kellner drauf angesprochen und er meinte, nee du bist eingeladen worden, es wurde schon bezahlt. Von wem weiß ich bis heute nicht😀

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  5. „Sündige Menschen und ein heiliger Gott passen nicht zusammen – Gemeinschaft und eine Ewigkeit mit ihm im Himmel sind unmöglich.“

    Wie kommst du darauf? Ist das deine eigene Erkenntnis oder hat dich jemand davon überzeugt?

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    1. Das ist, was ich in der Bibel lese. Gemeinschaft mit Gott im Garten Eden wurde durch die Sünde unmöglich. Gott ist heilig. Doch Jesus und sein Tod und die Auferstehung haben das wieder möglich gemacht. Somit ja, Gemeinschaft und ewiges Leben bei ihm sind möglich, aber nicht aus uns selbst heraus. Das wollte ich mit dem Beitrag ausdrücken. 😊Liebe Grüße!

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      1. Interessant. Und diese Erkenntnis hast du dir selbst „erarbeitet“ – oder hat dich jemand drauf aufmerksam gemacht? Ich frage deshalb, weil es ja auch andere Lesarten der Geschichte gibt, wie du vielleicht weißt. Die Juden sehen das anders, kennen dieses Prinzip der „Erbsünde“ nicht. Jesus war Jude, er erwähnt in den Evangelien nicht, dass er gekommen sei um „die Sünde“ Adams zu „korrigieren“. Interessanter Artikel übrigens, auch wenn ich dir nicht in allem folgen kann. Beste Grüße

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      2. Danke für dein Kommentar.
        Sowohl als auch- ich bin im christlichen Umfeld groß geworden, habe die Dinge dann später aber auch ganz bewusst und unabhängig selbst nachgeschlagen und mich mit den christlichen Lehren beschäftigt 😊
        Ja, das die jüdischen Lehren da in vielen Punkten anders sind, ist mir bewusst.
        Jesus war zweifellos Jude und hat auch in der Tat nirgends wörtlich von Erbsünde gesprochen. Aber viele seiner Aussagen implizieren das, Bzw ergibt sich das Bild daraus, wenn man seine Lehre im „Ganzen“ betrachtet.
        Beispielsweise Johannes 5,24:
        „ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ Das ist nur ein Beispiel, aber beim lesen der Evangelien sehe ich, dass Jesus von sich als „Weg“ für eine an sich sündige Menschheit spricht. In weiteren Teilen der Bibel wird dies dann bestätigt (allerdings bspw durch Paulus, nicht von Jesus selbst): “ Die Sünde kam durch einen einzigen Menschen in die Welt – Adam. Als Folge davon kam der Tod, und der Tod ergriff alle, weil alle sündigten.“ (Römer 5,12). In 1.Mose 1,28 wird auch von einem bösen Herzen von Jugend an gesprochen.
        Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! 😊

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