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[MaM] #7 – Sei eine Schale und sag auch mal nein 

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen. Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich. – Bernhard von Clairvaux

Im Prinzip möchte ich den zitierten Text für sich sprechen lassen. Ja, wir sollen und dürfen anderen dienen und uns einsetzen. Das ist ein klarer Auftrag Gottes. Doch gerade als Christ fühlt man sich schnell schlecht, wenn man auch mal „nein“ sagt. So etwas tun gute Christen schließlich nicht. 

Aber das stimmt einfach nicht. Wer am Limit seiner Kräfte ist, darf auch mal „nein“ sagen, und zwar am besten schon bevor das Limit wirklich erreicht ist. Wer keine Kapazitäten mehr hat, sagt besser „nein“ als am Ende seine Familie oder die Zeit mit Gott zu vernachlässigen. Keiner hat etwas von Mitarbeitern und Helfern, die ihre Sache nur noch halbherzig tun, weil sie immer am Ende ihrer Kräfte sind und keine Zeit haben, wieder aufzutanken.

Deshalb heute einfach mal die Herausforderung, auch mal nein zu sagen. Das ist nämlich oft gar nicht so einfach. Doch: Besser eine Aufgabe mit Kraft und Zeiteinsatz, als fünf halberledigte und leidenschaftslose Dienste.

Wenn du Zeit, Kraft und Energie hast, dann setze dich ein und sei ein Segen. Wenn dein Terminplan schon so voll ist, dass du kaum noch Zeit zum beten oder Bibel lesen hast: Sag auch mal nein. Wenn du dich kraftlos fühlst, dann sag ebenfalls nein und geh zu dem, der wieder neue Kraft schenkt: Gott. Und wenn deine Schale dann gefüllt ist, fließ über! 

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6 Kommentare zu „[MaM] #7 – Sei eine Schale und sag auch mal nein 

  1. Das Zitat ist aus den Hoheliedpredigten von Bernhard von Clairevaux, wenn ich mich nicht irre. Die Liebe Gottes ist erst mal übersprudelnd und ist/wäre problemlos im Stande uns zu füllen.

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    1. Danke für die Info- der Kontext war mir nicht bewusst, der Text ist mir bisher immer nur „allein“ begegnet 😊
      Oh ja, das stimmt! Habe auch schon oft erlebt, dass Gott mir Kraft und Liebe gegeben hat, als ich es wirklich brauchte und eigentlich „leer“ war – trotzdem natürlich kein Grund sich bewusst geistlich ständig auszupowern und alle nur denkbaren Aufgaben zu übernehmen- ein gesundes Mittelmaß ist wahrscheinlich (wie bei allem) das beste 😊liebe Grüße!

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