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Priorität Nr.1 [Blogparade „Trachtet zuerst nach Gottes Reich“] 

Bernd Schimanski hat zu einer Blogparade aufgerufen, an der ich gern teilnehmen möchte. Das Thema ist „Trachtet zuerst nach Gottes Reich“. Bei dem Thema sprudelten die Gedanken nicht sofort los und ohne den Anstoß von Bernd wäre dazu wahrscheinlich auch erstmal kein Beitrag erschienen. Aber gerade dann kann es auch mal gut sein, sich mit einem Thema zu beschäftigen.

Zuerst kurz zum Wort „trachten“. Ein Begriff, der in der heutigen Umgangssprache nicht mehr unbedingt geläufig ist. Trachten könnte auch mit „streben“, „verfolgen“ oder „suchen“ beschrieben werden. Also nach dem Reich Gottes streben. Und das Reich Gottes? Das ist kein geografischer Ausdruck, sondern beschreibt Gottes Herrschaft. Hier auf der Erde wird sie hauptsächlich von der Gemeinde, den Christen, verkörpert. Natürlich geht es beim Thema „Reich Gottes“ auch über dieses Leben hinaus. Es geht ebenfalls um Gottes Herrschaft im Himmel – dort dann ungetrübt und vollkommen. „Trachtet zuerst nach Gottes Reich“ könnte also auch so oder so ähnlich heißen: Strebt danach, den Namen Gottes auf dieser Welt groß zu machen und verfolgt Gottes Maßstäbe. Sehnt euch nach seiner ewigen Herrschaft. 

Für mich hat das eigentlich drei Hauptaspekte: 

  1. Gott mit meinem Leben dienen und ehren. Sprich: Anderen Menschen mit Liebe und Wohlwollen zu begegnen, bereit sein, Anderen zu dienen und zu dem zu stehen, was ich glaube. Im Endeffekt: die Bibel und Jesu Handeln als Maßstab für mein eigenes Leben zu haben und das in meinem Alltag sichtbar machen.
  2. Mit meinem endlichen Leben schon jetzt in das ewige Reich investieren und seinen Willen als oberste Priorität in meinem Leben sehen. Das geht irgendwie natürlich mit Punkt 1 Hand in Hand. Es bezieht sich aber noch mehr auf mich selbst – darauf, dass ich meine Beziehung zu Gott pflege und mich von ihm verändern und formen lasse. Seine Meinung sollte mir wichtiger sein, als die Meinung meiner Mitmenschen. 
  3. Mich nach dem ewigen Reich Gottes zu sehnen. Und damit meine ich jetzt keine Todessehnsucht oder so. Aber ein Bewusstsein dafür, dass dieses Leben hier nicht alles ist und dass es keinen Sinn hat, sich auf Geld, Karriere und Co zu fixieren. Das Leben hier ist endlich und das Beste kommt noch – und das ist definitiv ein Grund zur Vorfreude!

Das würde ich als „trachten nach Gottes Reich“ bezeichnen. Meine Priorität Nr1 von mir selbst weg zu lenken und stattdessen Gott dorthin zu stellen. Und das ist ein ziemlicher Hammer – es steht konträr zum Ego, was materielle Dinge ziiiemlich gut findet und auch lieber erstmal an sich selbst denkt. Und offen gestanden, gelingt mir einiges davon oft nicht – und ohne den Geist Gottes kann das auch überhaupt nicht gelingen. Also gilt auch hier, wie bei so vielem: Nicht aus eigener Kraft möglich; in diesem Leben wird es auch nicht in jeder Situation gelingen; aber: der Heilige Geist ist uns genau für so etwas versprochen. 

Interessant finde ich zum Schluss noch, dass der Auftrag, nach Gottes Reich zu trachten, mit einer Verheißung verbunden ist. 

Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. – Matthäus 6,33

Dem vorausgegangen ist eine Warnung davor, sich an materielle Dinge zu hängen und eine Erinnerung daran, dass Gott sich um uns Menschen sorgt,um unsere Bedürfnisse weiß und Sorgen somit nicht nötig sind. Und dann dieser Vers. Eine Verheißung Gottes – und das darf und sollte man ernst und wörtlich nehmen. Gott wird die, die nach seinem Reich streben, auch mit den nötigen materiellen Dingen versorgen! In die Verheißung eingeschlossen sind weder ein teures Auto oder ein Lottogewinn, aber alles, was man wirklich braucht. 

Zum Schluss bleibt mir noch, Bernd für die Blogparade zu danken! Wer von euch noch seine Gedanken zu „trachtet zuerst nach Gottes Reich“ teilen will, ist herzlich eingeladen, sich der Blogparade noch bis Ende März anzuschließen und einen Beitrag zu dem Thema zu veröffentlichen 😊. Hier gibt es noch einige Gedankenanstöße dazu. 


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    12 Kommentare zu „Priorität Nr.1 [Blogparade „Trachtet zuerst nach Gottes Reich“] 

    1. Der Vers „Trachtet zuerst…“ war mir schon immer wichtig. Wenn ich Gottes Belange an erste Stelle setze, lässt er sich auch nicht lumpen und sorgt auch gut für mich. Leider erwarten manche Menschen, dass Gott sie gut versorgt, ohne dass sie etwas für ihn tun. Seine Versorgung verdient aber auch unseren Dank.
      Gute Idee, zu dem Thema eine Blogparade zu machen! LG!

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    2. Klasse Artikel, der dieses wichtige und komplexe Thema „knackig auf den Punkt bringt“! Auch die Bedeutung des uns nicht mehr so geläufigen „trachten“ wird gut erläutert. In der Neuen Genfer Übersetzung heißt es insofern: Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen“. Übrigens wird die Fortsetzung „Und dies alles wird euch hinzugefügt werden“ auch plakativ als „Gottes Sozialversicherung“ bezeichnet. Herzliche Grüße Ulrich

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    3. Egozentrik, Egozentrik, Egozentrik. Hat man den Evangelikalen nicht gesagt, dass es letztendlich nicht um ihr kleines Ego geht?
      Die Gerechtigkeit Gottes:

      „33 Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. 34 Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. 35 Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; 36 ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?3 38 Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Gewinnspiel: 15 Jahre BibleServer39 Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. 41 Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! 42 Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; 43 ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. 44 Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? 45 Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. 46 Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“ Matthäus 25

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      1. Du spielst wahrscheinlich auf den letzten Abschnitt an, die Verheißung die auf dem trachten nach Gottes Reich liegt. Wenn du die vorhergehenden Abschnitte liest, geht es da um alles andere als das eigene Ego, sondern genau um das Gegenteil: mich hinten anstellen.

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        1. Ich Ich Ich.

          „Bist du sicher dass du in Himmel kommst? ICH bin sicher …“
          „Jesus starb für MEINE Sünden …“
          „MEIN Leben war dies und das, bevor Ich mich für Jesus entschied…“
          „Gut ist, dass ICH im biblischen Glauben gestärkt werde …“
          „ICH freue mich am Glauben an den lebendigen Jesus …“

          usw. und so fort. Kommt bekannt vor oder? Der Evangelikalismus scheint die passende Ideologie für das postmoderne Individuum.

          Ich frage mich, was das mit der Realität des Glaubens des Jesus von Nazareth zu tun hat?

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        2. „JESUS starb für meineSünden …“
          „Mein Leben war dies und das, bevor ich mich für JESUS entschied…“
          Um mal nur zwei deiner Sätze zu nehmen. Es kommt auf die Perspektive an 😉
          Wer glauben würde, im Christentum gehe es um das eigene selbst, hätte die Bibel falsch verstanden. Es geht darum, Gott und seinen Willen, die Liebe zu ihm und zu den anderen Menschen größer werden zu lassen und sich selbst kleiner werden zu lassen. Es geht darum, sich von Gott verändern zu lassen, Vertrauen in ihn und seine Wege zu legen. Die Bibel kennt aber auch einen persönlichen Gott, der die Menschen liebt, Beziehung mit ihnen pflegen will und Heilsgewissheit gibt – sich darüber zu freuen und das auszudrücken, ist nicht falsch oder egoistisch – die Ehre muss aber Gott gebühren

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        3. Erzähl das mal den evangelikalen Missionaren, die auf das Ego zielen und den Leuten entweder Angst machen oder Ihnen Honig ums Maul schmieren.
          Nein, ich empfinde deine Rechtfertigungen als nicht ehrlich. Siehe nur der Titel diese Blogs:

          MEIN Glaube und ICH.

          Der persönliche „Jesus“ wird zum Allheilmittel für die persönlichen Unzulänglichkeiten missbraucht. Missbraucht deshalb, weil er dazu dient, sich von anderen abzugrenzen, herabzuwürdigen und den „persönlichen Gott, der die Menschen liebt, Beziehung mit ihnen pflegen will und Heilsgewissheit gibt“ exklusiv für die eigene Glaubensüberzeugung zu beanspruchen. Meine Erfahrung und Meinung.

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        4. Auf mich persönlich bezogen kann ich sagen, dass ich dieses „Gott groß – ich klein“-Ding nicht immer schaffe. Ich bin ein Mensch und es gibt Situationen, da gewinnt mein Ego. Das verstecke ich hier auf dem Blog allerdings auch nicht.
          Auf die komplette evangelikale Bewegung bezogen: ich kenne da ebenfalls kritisch zu beurteilende Gemeinden oder Bewegungen, die manipulative Lehren haben. Aber man kann da einfach nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt mindestens genau so viele Gemeinden, deren Grundlage wirklich die Bibel ist. Dass du da so negative Erfahrungen gemacht hast, tut mir leid.
          Ja, mein Blogname😉 anfangs war das hier kein christlicher Blog, ich habe über dies und das geschrieben, der Glaube hat dann nach und nach mehr Raum eingenommen und mittlerweile schreibe ich fast nur noch darüber. Ich habe tatsächlich auch schon über eine Namensänderung nachgedacht, mich aber dagegen entschieden. Meinen „Untertitel“ habe ich irgendwann vom ursprünglichen geändert, weil der einfach noch aus einer Zeit war, in der ich über ganz andere Dinge geschrieben habe. „Mein Glaube und ich“ ist der neue Untertitel, weil es nunmal um meinen Glauben geht und dabei oft nicht um rein theologische Exkurse, sondern auch gemischt mit Alltagserfahrungen und Gedankenanstößen. Ich bin keine ausgebildete Theologin und auch wenn ich den Anspruch habe, hier biblisch fundiert zu schreiben, so kann und möchte ich meine Beiträge hier nicht als die ultimative Wahrheit präsentieren- deshalb „Mein Glaube und ich“.

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        5. „Aber man kann da einfach nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt mindestens genau so viele Gemeinden, deren Grundlage wirklich die Bibel ist.“

          Dieser Maßstab funktioniert nicht, da die extremsten Fundamentalisten, die jeden, der nicht Ihrer Glaubensauffassung bei 3 auf den Bäumen ist, a priori in die tiefste Hölle verdammen, diese unmenschliche Attitüde stets mit „der Bibel“ begründen. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern Fakt.

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        6. Natürlich. Das machen Extreme in jeder Konfession so. Wer Verse oder Textstellen aus dem Kontext reist, kann so ziemlich alles begründen. Eine Gemeinde, die biblisch fundiert ist, wird das aber nicht tun.

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        7. Das ist deine Meinung. Die Realität sieht anders aus. Es gibt ungefähr 40.000 unterschiedliche christliche Denominationen. Alle „biblisch fundiert“. Ohne Juden, Zeugen Jehovas, Mormonen, biblisch fundierte UFO Kulte etc. pp.

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