Fastenzeit · Glaube · Medien

7 Wochen ohne [zum Beginn der Fastenzeit] 

Am Mittwoch hat die Passionszeit begonnen – es geht schon wieder auf Ostern zu! Und mit der Passionszeit kommt auch die siebenwöchige Fastenzeit. Die evangelische Kirche nennt es ganz treffend „7 Wochen ohne“. 

Das Fasten während der Passionszeit hat eine lange Tradition. Muss man sich als Christ im 21.Jahrhundert daran halten? Die Antwort, die ich für mich gefunden habe: Nein. Ich muss nicht fasten. Und trotzdem tue ich es dieses Jahr wieder.

Zum Einen weil ich damit echt gute Erfahrungen gemacht habe. Ich habe bisher meistens Gewohnheiten anstelle von Essen gefastet und daran gute Erinnerungen. Letztes Jahr habe ich auf Facebook verzichtet und das war richtig befreiend. Dazu habe ich auch zwei Beiträge geschrieben, die ich am Ende dieses Beitrags verlinken werde. Ich habe festgestellt, dass der Verzicht von etwas (in diesem Fall Zeitkillern) mir viel mehr gibt, als es mir nimmt. Ich profitiere selbst davon. 

Zum Anderen ist das Fasten an sich auch tief im alten und neuen Testament verankert. Jesus fastete beispielsweise 40 Tage, woran die 40tägige Passionszeit auch erinnern soll- selbst wenn sie eigentlich ein bisschen länger als nur 40 Tage geht.

In der Bibel findet immer wieder ein Prinzip Anwendung: wer nach Gott sucht, wird nicht enttäuscht. Gott hat versprochen, dass man nicht vergebens an seine Tür klopfen wird – und fasten ist eine, von zweifellos vielen Möglichkeiten, sich neu auf Gott auszurichten. Die ersten Christen in Antiochia durften das beispielsweise erleben: 

 Während sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist. – Apostelgeschichte 13,2a

Ich glaube also, dass das Fasten mir und meiner Beziehung zu Gott gut tun kann. Was ich aber nicht glaube ist, dass Fasten mich zu einem besseren oder gläubigeren Christen macht oder dass es mir vor Gott irgendwelche Vorteile schaffen könnte. Das Einzige, was mich vor Gott besser machen konnte, das ist vor 2000 Jahren an einem Kreuz geschehen. 

Ich nutze die Passionszeit zum fasten, weil es für mich vor Ostern stimmig ist und ich durch die sowieso existierende Fastenzeit einen Rahmen dafür bekomme; im Endeffekt ist es aber ziemlich unwichtig, ob man während der Passionszeit oder irgendwann anders im Jahr mal fastet, ob es sieben Wochen, sieben Tage oder Stunden ist. Es sollte kein Gesetz daraus gemacht werden, sondern aus Freude und Überzeugung geschehen. Mit Sicherheit freut Gott sich über jeden, der auf diese Weise nach ihm sucht – egal wann oder auf welche Weise genau.

Für mich bedeutet es dieses Jahr, mein Internet am Handy öfter aus zu lassen. Besonders unterwegs in „Leerlauf“-Phasen, wie im Zug oder in Arbeitspausen, habe ich mir vorgenommen, dann nicht einfach aus Gewohnheit ins Internet zu gehen. Mein mobiles Internet soll so gut wie immer aus sein. Auch Zuhause will ich bewusster mit meiner Zeit im Internet umgehen und gerade abends oder früh morgens gar nicht herein schauen. Die gewonnene Zeit möchte ich sinnvoll nutzen und besonders auch mehr Zeit und Gedanken für Gott haben. 

Eventuell wird es hier, und auch mit meiner Beteiligung auf anderen Blogs, also etwas ruhiger sein. 

Ich werde euch auf jeden Fall berichten, wie es mir in der diesjährigen Passionszeit ergeht. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr euch etwas vorgenommen für die Passionszeit? 

Hier noch die beiden Beiträge aus dem letzten Jahr: 

Fastenzeit

    Advertisements

    17 Kommentare zu „7 Wochen ohne [zum Beginn der Fastenzeit] 

    1. Ich wünsche dir gute Erfahrungen mit deinem Projekt! Ich sortiere täglich einen Gegenstand aus. Dieses Entrümpeln tut mir äußerlich und innerlich gut. Es hilft mir, mich nicht an Dinge zu hängen und erleichtert mich… Allerdings bin ich nun mehr auf Facebook, weil ich die Sachen hier verschenke :-). Mit meinem Mann lese ich täglich einen Psalm, auch das tut uns gut im Alltag…

      Gefällt 2 Personen

    2. Hallo Rachele,

      vielen Dank für den interessanten Beitrag! In meiner Kindheit wurde die Fastenzeit bei uns nicht gehalten, so dass sie irgendwie etwas fremd für mich ist. Fasten ist mir aber ein Begriff und ich faste wenngleich für kurze Zeiträume so doch regelmäßig zur Unterstreichung der Wichtigkeit einiger Gebetsanliegen. Dir eine gute Fastenzeit und viel Segen für Deine sinnvollen Alternativtätigkeiten! Herzlichen Gruß! 😊

      Gefällt 1 Person

      1. Fasten, wenn es wegen Gebetsanliegen etc. einfach passt, ist wahrscheinlich manchmal sogar sinnvoller als ohne wirklichen Hintergrund oder Sinn einfach nur zu fasten, weil eben Fastenzeit ist. Die Fastenzeit (vor Ostern, 7 Wochen) ist im Endeffekt ja eine menschliche Erfindung. Liebe Grüße 😊

        Gefällt 1 Person

    3. Ich faste dieses Jahr auch wieder einmal. Zum zweiten Mal hintereinander. Dieses Mal ganz klassisch verzichte ich auf Fleisch, weil ich davon im Jahr zu viel esse und mal sehen will wie es sich so als Vegetarier lebt.

      Gefällt 2 Personen

    4. Jesus war ein Jude, der anderen Juden das Judentum lehrte. Fasten im Judentum bedeutet Verzicht auf Essen und Trinken.

      „Für mich bedeutet es dieses Jahr, mein Internet am Handy öfter aus zu lassen.“

      Kein Kommentar.

      Gefällt mir

      1. Ich gebe dir völlig recht, dass das Fasten im Judentum und auch zu Jesu Zeiten, den Verzicht von Essen und Trinken bedeutete. Dessen bin ich mir auch bewusst. Das (katholisch) christliche fasten bedeutet den Verzicht von Fleisch und Alkohol. In der evangelischen Kirche etabliert sich seit einigen Jahren der Verzicht Bzw eine zeitweise Änderung von Gewohnheiten, oder ein anderes selektives fasten (Süßigkeiten z.B); manche fügen in der Zeit sogar eher etwas hinzu, bspw eine Andacht oder ähnliches.
        Das ist nicht das Fasten, dass die Juden oder die ersten Christen praktizierten. Andererseits gab es damals auch keine Ablenkung durch Smartphone und co. für mich geht es weniger darum zu „fasten“, sondern mich neu und anders auf Gott und meinen Glauben zu fokussieren. Zeit dafür schaffe ich durch weniger Internet.
        Im Endeffekt muss jeder selbst wissen ob und auf welche Weise er das tun will. Wie geschrieben, glaube ich dass Gott sich über jeden freut, der ihn sucht. Liebe Grüße!

        Gefällt 1 Person

        1. Fasten im Judentum bedeutet immer noch den Verzicht von Essen und Trinken. Jesus war Thora-befolgender Jude.

          Die extreme Um-Interpretation und de facto Abschaffung des Fastens durch dich wird von der Bible verurteilt. Das ist die Stimme des historischen Jesus. Meine Meinung.

          Mt 5,19 „Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“

          Gefällt mir

        2. Zum Einen ist das Fasten im Christentum kein Gebot, zum Anderen preise ich selektives Fasten hier auch nicht als neues Gebot an.
          Ich spreche mich auch überhaupt nicht gegen den kompletten Verzicht auf Nahrung aus, diese Art des Fastens hat definitiv nochmal eine ganz andere Qualität.
          Wenn das was ich tue aus deiner Sicht kein Fasten ist, ist das für mich völlig in Ordnung 😉 mir geht es nicht um eine Begrifflichkeit. Ich weiß, dass ich durch den Verzicht auf Internet mehr Zeit habe und die für Gott nutzen kann, das reicht mir 😊 liebe Grüße!

          Gefällt mir

    Kommentar verfassen

    Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

    Google+ Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

    Verbinde mit %s