Bibel · Fastenzeit · Glaube

Bibelverse und das Auswendig lernen 

Wie bereits letzte Woche erwähnt, versuche ich im Moment, meine Zeit im Internet einzuschränken und besonders unterwegs so gut wie möglich darauf zu verzichten. Was nun also mit der gewonnenen Zeit anfangen? 

Eine meiner Vorsätze war und ist es, in diesen Wochen mehr Bibelverse auswendig zu lernen. Gerade im Zug oder Bus lässt sich das ja gut realisieren. 

Meine Geschichte mit dem Bibelversen auswendig lernen, begann während meiner Zeit im Kindergottesdienst. Jede Woche gab es einen Vers, den man bis zur nächsten Woche lernen sollte. Das Ganze war mit einem Belohnungssystem noch versüßt. Nun hatte mein jüngeres Ich unter Woche nicht unbedingt Lust zum auswendig lernen. Also wurden die Verse immer Sonntag morgens im Auto, auf dem Weg zum Gottesdienst, ins Kurzzeitgedächtnis gepaukt. Dass ich kaum noch einen Vers aus dieser Zeit auswendig kann, ist wahrscheinlich einleuchtend.

Auch wenn ich also damals den Sinn und Zweck des Auswendig Lernens von Bibelversen noch nicht ganz verstanden hatte, möchte ich es jetzt nochmal probieren. Warum? 

  1. Ich kann viele Verse so der Nase nach. Ich weiß ungefähr, wo sie stehen und was darin gesagt wird. Einige dieser Verse würde ich gern genau wiedergeben können. 
  2. Es gibt immer Verse, die ich beim Bibellesen schön und vielsagend finde. Meistens vergesse ich sie dann aber recht schnell wieder. Von dieser Art Vers möchte ich zumindest einige nun in mein Langzeitgedächtnis bringen.
  3. Die Verse, die ich bereits auswendig kann, empfinde ich als großen Schatz. Ich kann sie jederzeit abrufen und sie können mich mitten im Alltag ermutigen und erinnern; Instant Ermutigung aus Gottes Wort sozusagen.
  4. Ich kann so viele Dinge auswendig – irgendwelche Werbeslogans, den Zugfahrplan, diverse irrelevante Lieder und so weiter und so fort. Da noch mehr wirklich wichtiges und wertvolles mit in mein Gedächtnis zu bringen, ist auf jeden Fall sinnvoll- schließlich handelt es sich ja um Gottes Wort.
  5.  Ich habe schon oft von Christen in Verfolgung und Gefangenschaft gelesen, denen nichts anderes blieb als die auswendig gelernten Teile der Bibel und ihre christlichen Lieder. Es sieht im Moment nicht danach aus, dass man in Deutschland keinen freien Zugang mehr zur Bibel haben wird – aber was die Bibel angeht, besonders unterwegs, nicht vollständig auf Online-Bibeln und Co angewiesen zu sein und einiges auch zwischendurch aus dem Gedächtnis abrufen zu können, macht auf jeden Fall Sinn.
  6. Beim auswendig lernen muss man sich zwangsläufig mit dem Vers und seinem Inhalt genauer auseinandersetzen. Das kann nochmal einen tieferen Blick und neue Gedanken auf den Vers bringen. 
  7. Auswendig lernen hält das Gehirn jung und fit – und wer möchte schon kein junggebliebenes Hirn haben?😉

Um das Ganze zu realisieren, nehme ich den betreffenden Vers einfach auf einem Zettel in meiner Handtasche mit. Der Zeitaufwand ist relativ gering. Gerade Verse, die ich sowieso schon so gut wie auswendig kann, muss ich mir meist nur einige Male durchlesen. Und auch andere Verse lassen sich mit der „mehrmals-täglich-lesen-und-leise-vor-sich-hinsagen“-Methode ganz gut lernen. Bis die Verse dann natürlich wirklich fest im Gedächtnis sind, wird es noch langfristige Wiederholungen brauchen. Mal sehen, was die nächsten Wochen noch so bringen. 

Der Englische Ausdruck für „etwas auswendig kennen“ gefällt mir übrigens sehr gut. „Knowing something by heart“ – etwas mit oder auf dem Herzen kennen. Gerade für Bibelverse ist das wohl eine schönere Bezeichnung als lediglich „auswendig kennen“. 

Zum Thema Bibelverse auswendig lernen habe ich kürzlich einen sehr guten Beitrag gelesen, der mich auch nochmal neu dazu motiviert hat, diesen Aspekt mit in mein Fasten einzuschließen. Den Beitrag findet ihr Hier.

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    7 Kommentare zu „Bibelverse und das Auswendig lernen 

    1. Ich musste in meiner Kindheit auch sehr viel auswendig lernen, das ich tatsächlich heute noch weiß (damals fand ich’s doof!). Dazu vieles, was sich mir in den Jahren danach durch wiederholtes Hören (Predigten etc.) und Lesen eingeprägt hat.
      Heute erfahre ich, das Gott mir durch seinen Geist in speziellen Situationen das, was ich gelernt habe, in Erinnerung ruft. Oder ich „höre“ seine Stimme und er sagt mir etwas in Worten, die so nicht in der Bibel stehen. Manchmal bin ich unsicher, ob das wirklich von ihm ist, weil es so krass anders klingt, als das, was ich erwarten würde … und dann kommt ein solcher gelernter Vers oder Abschnitt in meinen Sinn, der genau dasselbe aussagt. Das berührt mein Herz immer wieder tief.
      Ja, „knowing by heart“ ist definitiv der bessere Ausdruck dafür – und ich kann es einfach nur empfehlen.

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    2. Das ist eine tolle Idee! Ich habe früher auch Verse auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn gelernt. Jetzt lerne ich nebenbei mit einer Kinder CD. Hört dich seltsam an, aber die CD „Bibelverse singend lernen“ (zwei gibt es davon) ist so schön… Oft kommt mir ein Vers samt Melodie in den Sinn… Nur was ich mir NIE merken kann ist, wo er steht. Miserables Zahlengedächtnis…

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